Feuerschutz – was wirklich hilft.
Es gab in der Vergangenheit viele Presseberichte darüber, dass Feuerwehren sich weigern, Gebäude zu löschen, auf denen Photovoltaikanlagen installiert seien.
Doch das hat einen tiefen physikalischen Hintergrundstreit. Es gibt die einen, die behaupten, wenn kein Strom fließt, sei alles sicher – verschweigen jedoch die Risiken von unter Spannung stehenden Leitungen. Die anderen argumentieren, wenn keine Spannung anliege, wäre die maximale Sicherheit erreicht – vergessen aber zu erwähnen, dass fließender Strom an besonders engen Stellen der Kabel, etwa an Steckern, das Metall bis zum glühen erhitzen kann – wodurch möglicherweise weitere Brandnester entstehen können. Egal wie das angepriesene System funktioniert, eine perfekte Brandsicherheit gibt es derzeit noch nicht.
Aber bei einem sind sich alle Systemanbieter von sogenannten “Feuerschutzsystemen” “sicher”: Ihr eigenes System bietet Sicherheit und ist genau das, was die Anlage braucht. Doch eigentlich geht Gefahrenabwehr ganz anders: Ganz unkompliziert.
Bewusstsein für die möglichen Gefahren schaffen
Als erstes muss man natürlich den Kunden über Gefahren einer Photovoltaikanlage aufklären. Wesentlich ist dabei die Eigenschaft des Gleichstroms stehende Funken zu erzeugen und eine Auffrischung, was Brandlast und Raumnutzung angeht.
DC-Kabel nicht innerhalb des Hauses verlegen
Bei Photovoltaikanlagen fließt vor dem Wechselrichter ein Gleichstrom. Dieser Gleichstrom entsteht so in den Modulen und ist trotz seiner unangenehmen Eigenschaften nicht vermeidbar. Gleichstrom ermöglicht es anders als Wechselstrom, einen stehenden Funken zu bilden. Wechselstrom hat einen Nulldurchgang zwischen dem Wechsel der Fließrichtung. Ein Funken beim Wechselstrom, auch wenn es uns anders vorkommt, ist maximal eine hunderstel Sekunde lang, bevor er abreißt und sich in umgekehrter Fließrichtung neu aufbaut. Beim Gleichstrom bleibt der Funke stehen – und reißt erst ab, wenn die beiden Leiter weit genug voneinander entfernt wurden.
So können Wechselstromfunken auch einen halben Tag lang “brennen”, dabei starke Hitze erzeugen und gegebenenfalls Ursache für einen Brand sein. Nun will man dieses Brandrisiko in der Regel nicht im Haus haben. Doch all zu Häufig werden die Wechselstromkabel im Haus in den Keller zu den Wechselrichtern geführt – und damit das Brandrisiko gleich mit im Haus verlegt. Führt man diese auf der Außenwand ist die Wärmeabfuhr im Fehlerfalle bei Funken viel stärker gegeben. Außerdem ist der Löschangriff, sollte irgendetwas in Brand geraten sein, einfacher und die Reparaturen vielfach billiger (ein paar Dämmplatten, etwas Putz und Farbe).
Auch die Angst der Feuerwehrler, dass in einem Gebäude verdeckt durch einen Brand offene Leitungen mit Strömen oder Spannungen liegen, ist dadurch eigentlich komplett entkräftbar. Denn die Leitungen der Photovoltaikanlage hat man so während dem gesamten Löschangriff auf das Haus immer im Blick. zumal die allermeisten Feuer in Haushalten nicht von Photovoltaikanlagen ausgehen, sondern immer noch durch Schusseligkeit am Herd, durch defekte elektrische Verbraucher oder Bösartigkeit ausgelöst werden. Solche Brände haben oft nicht mal etwas mit der Photovoltaikanlage zu tun – und schüren trotzdem Angst, dass irgendwo Kabel im Haus laufen könnten.
Ein weiterer Vorteil der Kabelführung an der Gebäudeaußenseite liegt noch im Bereich Blitzschutz, würde hier aber zu weit führen.
Wechselrichter nicht in die benutzten Keller
Oft werden Wechselrichter in irgendwelche hintersten Ecken der Keller gehängt. Die Kellerräume sind oft schon thermisch für die Abwärme der Wechselrichter nicht geeignet – und dann wird das Raumvolumen noch durch Fahrräder, alte Matrazen/Gästebetten, Gartenmöbel, Boote und allerlei anderes verkleinert – und zum Diebstahlschutz das Fenster im Lichtschacht verschlossen. Doch ein Hitzestau sorgt schnell für Trockenheit selbst in einem modrigen Kellerraum – ideale Voraussetzungen für einen Brand, der ggf. sogar durch den gleichen Hitzestau entstehen kann.
Bei geöffnetem Fenster im Lichtschaft braucht ein Wechselrichter mit einem Kilowatt mindestens zwei bis drei Kubikmeter freien, unverstellten Rauminhalt. Außerdem sollten die Wechselrichter als Teile der Elektroinstallation nicht in Räumen hängen, die Brandlast bieten.
Ist kein eigener Elektrobetriebsraum vorhanden, so kann man über das Treppenhaus, welches sowieso kein Lagerraum für Brandlasthaltige Gegenstände ist, als Standort des Wechselrichters nachdenken. Ist das auch nicht möglich, so sollte man über eine Außenwand nachdenken. Auch ein Heizkeller ist ein ungeeigneter Ort, denn die Heizanlage strahlt sehr viel Wärme ab und i.d.R. sind diese Räume gerade für die Abwärme der Heizanlage groß genug.
Außerdem sei darauf hingewiesen, dass Wechselrichter, die hohe Temperaturen aufgrund der thermischen Überstrapazierung der Umgebung aushalten müssen, sehr viel schneller sterben werden als solche, die die dies nicht müssen. Es ist also auch eine Frage des eigenen Geldes, wo und unter welchen Bedingungen man die Wechselrichter aufhängt.
Sind diese einfachen Schritte geschafft, sind schon viele Gefahren gebannt.
